La Traviata am Samstag

Liebe Alumni, liebe Stipendiaten,

wir werden die Aufführung der Oper »La Traviata« von Giuseppe Verdi am Staatstheater Wiesbaden (Großes Haus)

am Samstag, dem 10. Juni 2017 um 19.30 Uhr

besuchen und laden Sie herzlich ein, uns zu begleiten.

Als drittes und letztes Werk der »trilogia popolare« entstand Verdis Oper La traviata im Jahr 1853, nach Rigoletto (1851) und Il trovatore (ebenfalls 1853). Sie machte ihn noch populärer, als er es zu dieser Zeit ohnehin schon war. Erfolge wie Nabucco und Ernani lagen da schon hinter ihm, und Verdi war mittlerweile nicht nur in Mailand, sondern auch in Paris und London gefragt. Für die Traviata, also die vom Weg (der Tugend) Abgekommene, stützte sich Verdi auf den Roman »La dame aux camélias« von Alexandre Dumas fils, der in seinem Werk von der halbseidenen Lebefrau Marguérite Gautier erzählt. Diese Angehörige des »demi-monde«, also der »Halbwelt«, hatte wiederum ein reales Vorbild in einer Marie Duplessis (bürgerlich Alphonsine Plessis), die im Paris der 1840er Jahre nicht nur Alexandre Dumas, sondern etwa auch Franz Liszt den Kopf verdreht hatte. Dumas, Sohn des gleichnamigen Autors des Grafen von Monte Cristo, verewigte seine Geliebte 1848 in seinem Roman, den Verdis Hauslibrettist Francesco Maria Piave kurze Zeit später in den Operntext umsetzte, der Verdi als Arbeitsgrundlage diente. Sein musikalisches Drama konzentriert sich auf Violetta Valery, wie die Protagonistin hier heißt, und Alfredo Germont, der sich in Violetta verliebt hat. Die ist angesichts der Liebe Alfredos verunsichert, da sie sich einerseits nach einem glücklichen Leben mit einem Mann sehnt, andererseits aber auch ihren rauschhaften Lebenswandel in Paris nicht aufgeben will. Dazu kommt, dass sie die ersten Anzeichen der Tuberkulose spürt und daher ahnt, dass Alfredo und sie nicht lange glücklich sein könnten. Schließlich zieht sie aber doch mit Alfredo in ihr Haus auf dem Land außerhalb von Paris, wo beide ein kostspieliges Leben führen. Als der finanzielle Ruin naht und Violetta eines Tages den Notar erwartet, erscheint Alfredos Vater Giorgio Germont auf ihrem Landgut. Er fordert von ihr, die Beziehung zu seinem Sohn zu beenden, da durch das skandalöse Verhältnis der Ruf der Familie und vor allem die Heirat seiner Tochter, der Schwester Alfredos, gefährdet werde. Tatsächlich entscheidet sich Violetta daraufhin, Alfredo zu verlassen. Der versteht nicht und ist tief bestürzt. Als sich die beiden auf einem Fest wiedersehen und Violetta zum Schutz behauptet, sie liebe einen anderen, wirft ihr Alfredo ihren vermeintlichen Dirnenlohn vor die Füße – er beleidigt sie ohne zu ahnen, welches Opfer sie für sein Wohl und das Wohl seiner Familie gebracht hat. Einen Monat später kommt es zum letzten Zusammentreffen der Beteiligten. Giorgio Germont bereut sein Tun, die todkranke Violetta gesteht Alfredo ihre Liebe und stirbt in seinen Armen.

In Wiesbaden kommt die Traviata in einer Inszenierung aus dem Jahr 2015 auf die Bühne. In der Hauptrolle ist die rumänische Sopranistin Cristina Pasaroiu zu hören; den Alfredo gibt ihr Landsmann Ioan Hotea. Beide kennen wir bereits aus der vergangenen Spielzeit aus Wiesbaden, Ioan Hotea auch bereits in der Rolle als Alfredo. Die Inszenierung spiegelt die Vergänglichkeit der Verhältnisse in gläsernen Seifenblasen und wartet außerdem mit einer Stretch-Limousine auf, die sich auf die Bühne schiebt. Wir sind gespannt darauf, uns ein eigenes Bild von der Wiederaufnahme machen zu können.

Wie üblich besorgen Sie die Karten für sich und Ihre Begleitung bitte selbst (auch möglich via Internet, siehe hier). Wir haben bereits Karten für folgende Plätze, an denen Sie sich bei Ihrer Auswahl gerne orientieren können: II. Rang, Seitenbogen rechts, Reihe 4, Plätze 156 bis 159. Wir treffen uns gegen 19.00 Uhr im Foyer des Staatstheaters. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer und einen schönen Opernabend.

Mit herzlichen Grüßen

India Kandel Philipp Martin Lars Iking

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