Die Mainz/Frankfurt Winterakademie ist eine einwöchige Akademie für Stipendiaten und Alumni mit Arbeitsgruppen zu ausgewählten Themen aus Wissenschaft, Politik und Kultur.

Neben der intensiven, interdisziplinären Arbeit am Nachmittag besteht am Vormittag die Möglichkeit zum Ski- und Snowboardfahren in einem Wintersportgebiet.

Die Abende bieten zusätzlich viele Möglichkeiten zum Austausch ähnlich zu den Sommerakademien der Studienstiftung.

Die Mainz/Frankfurt Winterakademie ist hervorgegangen aus der Mainzer Winterakademie, einem der traditionsreichsten Projekte der Regionalgruppe Mainz/Wiesbaden und findet ab 2022 mit größerem Team und als Kooperation der Regionalgruppen Mainz/Wiesbaden und Frankfurt statt.

Neuigkeiten

Winterakademie 2022

19. bis 26. Februar 2022 in Davos/Klosters!

Anmeldung ab 13. September 2021 im Forum!

Kosten und Anmeldung

Die Kosten für Anreise mit dem Bus, Unterkunft, Verpflegung und einen 6-Tages-Skipass betragen für:

  • Alumni (kein Mitglied im Alumniverein): 729 €

  • Alumni (Mitglied im Alumniverein): 689 €

  • Stipendiaten (kein Mitglied im Alumni-Verein): 489 €

  • Stipendiaten (Mitglied im Alumni-Verein): 469 €

Die Anmeldung erfolgt über das Forum (orangener Button). Die Platzvergabe richtet sich nach der Reihenfolge der Anmeldungen. Anmeldungen aus den Gruppen Mainz/Wiesbaden und Frankfurt werden bevorzugt. Da die Akademie durch den Alumni-Verein finanziell wesentlich unterstützt wird, besteht für Vereinsmitglieder der o.g. Rabatt. Ein Beitritt zum Alumni-Verein ist mit der Teilnahme möglich.

Vorläufiger Zeitplan

Arbeitsgruppe 1

Agiles Lernen - mit Methoden der Softwareentwicklung den Lernenden (wieder) in den Mittelpunkt stellen

Gerade das letzte Jahr hat uns, bedingt durch die Corona-Pandemie, gezeigt, wie wichtig es ist, sich kontinuierlich an verändernde Rahmenbedingungen anzupassen. Doch auch schon vor der Corona-Pandemie berichteten zahlreiche kleine und große Unternehmen wie schwierig es für sie ist, den immer schneller und komplexer werdenden Anforderungen unser heutigen Gesellschaft gerecht zu werden.

Versuchen einige Unternehmen durch ein Mehr an Kontrolle den Veränderungen Herr zu werden, so kommt aus der IT, und insbesondere aus der Softwareentwicklung, eine andere Strömung: Agilität. Seit Beginn der 90er Jahre versuchen Entwickler*innen der steigenden Komplexität mit Zielorientierung und Selbstorganisation in interdisziplinären Teams zu begegnen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgen wir mit der Theorie des agilen Lernens. Während immer noch einige Unternehmen glauben, dass Lernziele von der Führungskraft anhand von Kompetenzmatrizen in Abstimmung mit den Mitarbeitern erstellt werden sollten, um möglichst alle Bereiche des Unternehmens zu optimieren, glauben wir, dass es an dem/der Lernenden selbst sein sollte, seine/ihre individuellen Lernziele zu bestimmen. Denn sie sind es, die am besten wissen, was sie brauchen und welche Inhalte sie weiterbringen können. Dadurch verschiebt sich unsere aktuelle Lehrsituation von einer Inhaltszentrierung hin zu einem lernerzentrierten Vorgehen. Dieses Vorgehen bedeutet nicht, dass man den Lernenden sich selbst überlässt - vielmehr geht es darum herauszufinden, was der/die Lernende braucht und wie man ihn/sie am besten unterstützten kann, sodass es seinem/ihrem Lernziel dienlich ist.

In unserem Workshop wollen wir uns dem Begriff des agilen Lernens nähern und bestimmen von welchen (pädagogisch-psychologischen) Theorien er sich herleiten und wie er sich in die Praxis übertragen lässt.

Frau Dr. Gehlen Baum ist Geschäftsführerin des IT-Unternehmens „QualityMinds“, eine Organisation die sich selbst als agiles Unternehmen versteht.

Das Team besteht aus Psycholog:innen, Pädagog:innen und Informatiker:innen und setzt sich intensiv und professionell mit dem Thema Agilität im Bereich Arbeiten und Lernen auseinander.

Frau Hoppenz ist agiler Lerncoach und Scrum Master bei QualityMinds. Bevor sie ihren Master of Science in Psychology in the Learning Sciences an der LMU in München erfolgreich abschloss, studierte sie im Bachelor Instrucional Design mit Nebenfach Kognitionswissenschaften an der Universität Freiburg.

Arbeitsgruppe 2

Seasteading – Utopien auf hoher See

Mit seinem Roman Utopia gab Thomas Morus 1516 den Anstoß für das literarischen Genre der Sozialutopie. Seitdem haben Menschen zahlreiche neue Gesellschaftsformen und alternative Lebensweisen reflektiert und erprobt.

Zu Beginn des 21ten Jahrhunderts entwickelte sich die Bewegung des Seasteadings. Seasteading ist ein Neologismus aus englisch „sea“ (=Meer) und „homesteading“ (=Besiedlung). Es handelt sich um verschiedene unabhängige Projekte mit der Ambition auf hoher See permanent bewohnbaren Lebensraum zu schaffen, um dort neue Staats- und Gesellschaftsformen zu erproben. Auf dem Reißbrett werden schwimmende Inseln entworfen mit dem Ziel unabhängige Mikronationen zu gründen. Rechtlich berufen sich die Projekte auf das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen, nach dem auf hoher See nur die Gesetzte des Staates gelten, unter dessen Flagge ein Schiff fährt.

Als interdisziplinäre Arbeitsgruppe werden wir gemeinsam existierende Ansätze und Projekte zur Besiedlung des Meeres und deren Probleme bei der Umsetzung aus verschiedenen Richtungen beleuchten und diskutieren. Wir werden uns anschauen welche sozialen und wirtschaftlichen Gesellschaftsmodelle hier erprobt werden sollen und wie solche Vorhaben finanziert werden könnten. Die Seasteader-Community ist von ihrer Philosophie dem Prinzip der Open-Source verbunden. Daher wollen wir am Ende der Woche unsere Ideen, Ergebnisse und Diskussionspunkte mit der Öffentlichkeit im Rahmen einer Broschüre, eines Wikis oder einer Veröffentlichung teilen.

Dr. med. Leonard Fehring, Arzt, Unternehmensberater und habilitiert aktuell an der Universität Witten/Herdecke zum Thema Digitalisierung des Gesundheitswesens








Arbeitsgruppe 3

Leben mit Künstlicher Intelligenz

“As AI [artificial intelligence] gets probably much smarter than humans, the relative intelligence ratio is probably similar to that between a person and a cat, maybe bigger. (...) I think we need to be very careful about the advancement of AI”, sagte Elon Musk kürzlich in einem Interview. Der Tesla-Chef, Multimilliardär und Futurist mag in seinen Vorhersagen gelegentlich über das Ziel hinausschießen. In Anbetracht seiner Unternehmensbeteiligungen an weltweit führenden Einrichtungen, die an künstlicher Intelligenz (KI) forschen, dürfte er allerdings auch einzigartige Einblicke haben.

In der breiten Bevölkerung scheiden sich meist die Geister, wenn es um KI geht. Eine große Masse hat das Thema gar nicht auf dem Schirm. Einige denken schnell an Science Fiction, manche an Szenarien, in denen KI die Weltherrschaft übernimmt. Andere haben Angst um ihre Jobs. Technologiebegeisterte schreiben KI unglaubliche Fähigkeiten zu, Philosophen warnen und mahnen. Unternehmer sehen immense Möglichkeiten, Geschäfte zu machen und Ethikräte ringen um Vorgaben und Empfehlungen. In manchen Unis ist das Thema KI schon fest im Lehrangebot, während es an einigen Schulen im Informatikunterricht eher um die Frage dreht, wie man den Beamer startet.

Sind wir in Deutschland und Europa bereit für die vielleicht größte technologische Revolution aller Zeiten Sind die Ängste um KI berechtigt? Und basieren sie auf realistischen Annahmen, was ihre Fähigkeiten anbelangt? Oder sollte man in Wahrheit ganz andere Entwicklungen, die durch KI ermöglicht werden, mit Sorge beobachten: etwa die Flut von Fakes in Text- und Bildform, die durch KI teils täuschend realistisch aussieht. In diesem Workshop wollen wir uns einen Überblick verschaffen, was KI (Stand heute) kann und was nicht. Welche Implikationen die Möglichkeiten aber auch Limitierungen haben für verschiedene Bereiche unserer Gesellschaft und für eine Bewertung der Entwicklungen. Je nach Teilnehmerzahl und Vorkenntnissen sind folgende Bausteine denkbar:

● 101: KI-Crashkurs - Modelle, Training, Neuronale Netze.

● 102: Daten - Fundament und Limit jeder KI.

● 103: Adversarial Methods - Wie leicht KI an ihre Grenzen kommt und was wir daraus lernen können.

● 104: Kreativität oder Fake? Wie KI erschreckend realistische Bilder generieren kann.

● 105: Sehen, entscheiden, handeln. Was muss KI können um Autos und mehr zu steuern?

● 106: KI in der Medizin. Hype oder Chance auf für Patienten?

● 107: Language Models: Schlüssel zu echter KI oder gigantische Manipulations-Maschine?

● 108: Wer bestimmt das Spiel? Oder: Was kümmert Google unser KI-Ethikrat?

Literaturhinweise folgen je nach Themenauswahl.

Dr. Philip Häusser, Studium der Physik (B.Sc., M.Sc.) und Informatik (PhD). Founding Member des Medizin-Software Startups Ablacon, aktuell dort tätig CTO, Wissenschaftsjournalist (ARD, ZDF), Buchautor: “Natürlich alles künstlich” (Droemer 2021)

Arbeitsgruppen

In interdisziplinären Arbeitsgruppen unter der Leitung renommierter Dozenten und Dozentinnen erarbeiten wir uns die Inhalte anhand von Vorträgen, die seitens der Teilnehmer anhand von Literaturvorgaben der Dozenten vorbereitet sein können. Die endgültige Gestaltung ist den Dozenten jedoch freigestellt.

Die Arbeitsgruppen sind stets offen für alle Fachrichtungen und erfordern keine speziellen Vorkenntnisse.

Gruppenübergreifende Veranstaltungen erlauben Einblicke in die Themen und Ergebnisse der anderen Arbeitsgruppen.

Freizeitgestaltung

In unserer Freizeit erkunden wir die Alpenlandschaft unseres Akademieortes bei gemeinsamen wintersportlichen Aktivitäten. In allen Jahren haben sich immer Gruppen aus Anfängern und Fortgeschrittenen zum Ski- und Snowboardfahren gefunden, auch in Kursen mit professionellen Skilehrern.

Die Abende bieten zusätzlich viele Möglichkeiten des Austauschs, auch zwischen Alumni und Stipendiaten. Beispielsweise können Alumni Berufserfahren vorstellen und damit einen Einblick für Stipendiaten in den Berufseinstieg ermöglichen.

Organisationsteam

Ihr erreicht uns unter der oben angegebenen E-Mail-Adresse.

Luisa Renner

Mainz

Elisabeth Bergtholdt

Mainz

Berrit Cordes

Frankfurt


Dieter Kilsch

Mainz


Felix Krieger

Frankfurt


Manuel Schrader

Mainz